Der Zaun um den 1831 als Friedhof gegründeten Wohlerspark steht unter Denkmalschutz als eine der ältesten und damit wertvollsten Zaunanlagen Hamburgs. Obwohl die Stadt - in diesem Fall der Bezirk Altona - eigentlich vorbildhaft mit ihren Denkmälern umgehen sollte, verfällt der Zaun seit vielen Jahren. Im Januar 2026 hat Grünausschuss Altona auf Basis einer Beschlussempfehlung beschlossen, den Zaun fachgerecht zu restaurieren.

1831 wurde die Anlage als Begräbnisplatz der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis eröffnet. Wichtigstes gestalterisches Element sind die Linden-Alleen mit ihrer Kreuzform, die den Friedhof in einzelne Grabmäler unterteilte. Ursprünglich muss man sich die Anlage als unbewachsenes Gräberfeld vorstellen. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark zerstört und verlor in der Nachkriegszeit nochmal einige der alten Alleebäume, weil diese von der notleidenden Bevölkerung zu Feuerholz verarbeitet wurden. Zwischen den Gräbern wurden zudem Kartoffeln und Gemüse angebaut. Bis 1979 wurde die Anlage noch als Friedhof genutzt, dann jedoch zur öffentlichen Grünfläche umgewidmet. Bis heute sind im Wohlerspark zahlreiche historische Strukturen erhalten, wie das prägende Kreuz der Linden-Alleen und viele Grabmale bedeutender Hanseaten. Eine Folge unseres Podcasts "Denkmal im Wandern" führt durch den Wohlers Park.

Der traurige Zustand der Zaunanlage mit ihren besonderen Kreuz-Ornamenten ist kein Aushängeschild für den Bezirk Altona, allerdings gehörte die Anlage bis vor wenigen Jahren noch der Kirchengemeinde St. Johannis. Nachdem der Park vom Bezirk Altona angekauft worden ist, wurde die Zaunanlage von Metallrestauratorinnen erfasst und kartiert. 2022 wurde eine Musterachse restauriert. Die Erkenntnisse über Aufwand und Kosten sollen nun die Grundlage für die Restaurierung der übrigen Zaunbereiche bilden.

Seit 2019 erinnert der Denkmalverein den Bezirk Altona regelmäßig an seine Verantwortung - leider bis heute ohne Folgen. Dabei sprechen zahlreiche Argumente für eine zeitnahe Restaurierung des Zaunes, auch unabhängig von seiner großen historischen Bedeutung. Zum einen ist die Freie und Hansestadt Hamburg laut Denkmalschutzgesetz zu einem vorbildhaften Umgang mit ihren Denkmälern verpflichtet. (Der Grundsatz der "wirtschaftlichen Zumutbarkeit" von Denkmalsanierungen gilt übrigens nicht für die Stadt, sondern nur für private Eigentümer.) Zum anderen gehört der Zaun als wesentlicher Teil des Parks zur Identität des Stadtteils, in dem schon viel Historisches verlorengegangen ist und weiter verlorengehen wird (z.B. die Sternbrücke und ihre benachbarten Altbauten). Und nicht zuletzt muss der Park in jedem Fall eingezäunt werden und ein neuer Zaun kostet auch Geld. Es wäre in keiner Weise nachhaltig, den bislang verfolgten Weg nicht weiterzugehen. Der Denkmalverein plädiert daher dafür, die dringend notwendige Sanierung so bald wie möglich anzugehen und dabei so viel originale Substanz zu erhalten wie möglich.

Fotos: Kristina Sassenscheidt