Hamburgs erste Backsteinpassage aus dem Jahr 1980 stand 2017 kurzzeitig zur Disposition: Laut Presseinformationen waren Investoren daran interessiert, das Hanseviertel zu kaufen und ggf. abzureißen. Das Denkmalschutzamt stellte daraufhin dieses herausragende Zeugnis der Postmoderne unter Denkmalschutz. Gemeinsam mit dem Architekten Volkwin Marg veranstaltete der Denkmalverein Anfang 2018 Führungen, um die Unterschutzstellung positiv in die Öffentlichkeit zu bringen. Es gelang - das Echo auf die Unterschutzstellung war sehr positiv, auch wenn es sicherlich für viele Hamburgerinnen und Hamburger überraschend war, dass so junge Gebäude bereits denkmalwürdig sein können.

Jede Zeit bringt ihre Baudenkmäler hervor, und immer hatten es die jüngsten besonders schwer. In den 1920er Jahren waren die Gründerzeithäuser verpönt, heute erfreuen sie sich wieder einer großen Wertschätzung. Die sogenannte Nachkriegsmoderne stempeln viele immer noch als hässlich und wertlos ab - warum sollte dann eine Einkaufspassage der 1980er Jahre erhaltenswert sein? Durch diese Sorglosigkeit gehen wichtige baukulturelle Zeitschichten verloren.

Als eine der ersten Passagen ihrer Art in Deutschland hat das Hanseviertel lokal und überregional eine geschichtliche Bedeutung, als qualitätvoller, zeittypisch postmoderner Komplex besitzt es unbestritten künstlerischen Wert und die städtebauliche Präsenz prägt wesentlich das Bild der Hamburger Innenstadt.

Die untenstehende Bildergalerie zeigt Aufnahmen aus der Bauzeit, die das Büro gmp zur Verfügung gestellt hat. Zu sehen ist u.a. das heute nicht mehr sichtbare Untergeschoss mit dem damaligen "Mövenpick"-Restaurant.