13.6.2018

Die ehemalige Friedhofskapelle St. Petri in der St. Petersburger Straße wurde 1794-1796 errichtet. Die Kapelle gehörte einst zu den Dammtorfriedhöfen, die im 18. Jahrhundert außerhalb der Stadtbefestigung zwischen dem Dammtor und der Sternschanze angelegt wurden, da die innerstädtischen Friedhöfe zunehmend überfüllt waren.

Der Architekt Johann August Arens verwendete bei der Planung des klassizistischen Baus klare geometrische Grundformen und orientierte sich an der französischen Revolutionsarchitektur. So erhielt das einstöckige Gebäude in der Mitte des flachen Zeltdaches zusätzlich ein Kuppeldach (Rotunde). Mit der Lage direkt am Friedhofseingang verband das Torhaus die zwei angrenzenden Friedhöfe mit der Straße. Um dies zu ermöglichen, wurde der kreisrunde Zentralbau beidseitig geöffnet. Das gemauerte Gebäude besitzt an der Straßenseite eine große, halbrunde Öffnung.

Mit der Eröffnung des Ohlsdorfer Friedhofes 1877 wurden die Dammtorfriedhöfe nach und nach wieder geschlossen. Der Bereich um die St. Petri Begräbniskapelle wurde um die 1930er Jahre abgeräumt. Seitdem wird das Gebäude in seiner ursprünglichen Funktion nicht mehr genutzt. Heute befindet sich die ehemalige Begräbniskapelle auf dem Messegelände, direkt gegenüber von Planten un Blomen, wobei immer wieder über eine Translozierung nachgedacht wurde. Nachdem das Gebäude eine Zeitlang als Büro genutzt worden war, steht es inzwischen schon seit vielen Jahren leer und hat große Feuchtigkeitsschäden.

Historische Fotos: Bildarchiv Denkmalschutzamt, aktuelle Fotos: Julia Kahle