2017

Nach dem Abriss des BP-Hauses war die Post-Pyramide (Gerhard Weber und Georg Küttinger, 1969–1977) mit ihrem betont individuellen Erscheinungsbild ohne Zweifel das markanteste Gebäude in der City Nord.

Seit 2016 stand sie leer und 2017 wurde sie abgerissen. Dabei war die Post-Pyramide ein bedeutendes baugeschichtliches Zeugnis, das einzigartig und eines der wenigen Bauwerke des sogenannten Brutalismus in Hamburg war. Darüber hinaus hat sie zusammen mit anderen Gebäuden die Historie der Post wie in einem gebauten Geschichtsbuch im Hamburger Stadtbild erlebbar gemacht.

So beginnt die Geschichte mit der „Alten Post“ in der Nähe des Hamburger Rathauses, wird mit dem ehemaligen Sitz am Stephansplatz fortgeschrieben und endet mit dem beindruckenden Kapitel des Wirtschaftswunders, zu dem nicht nur die Post-Pyramide in der City Nord gehört, sondern unter anderen auch der Heinrich-Hertz-Turm am Messegelände. Nicht zuletzt hat uns das Bauwerk mit seinen Schutzräumen für bis zu 1300 Personen in den Untergeschossen auch an die Zeit des Kalten Krieges erinnert.

Abgesehen vom Zeugniswert gab es aber noch andere gute Argumente, die für einen Erhalt sprachen. Das Gebäude war gerade einmal vierzig Jahre alt und hätte leicht umgenutzt werden können. So hätte man nicht nur eine beträchtliche Ressource – die sogenannte „Graue Energie“ des Bauwerks – weiter nutzen und auf diese Weise die Umwelt schonen können, sondern es hätte auch günstiger Wohnraum entstehen können, weil durch die Bestandsnutzung viele Kosten einzusparen waren. Aber leider war der Abriss für die Investoren das lukrativere Geschäft.

Wir danken Marco Alexander Hosemann vom City-Hof e.V. für Text und Bilder (s. Bildergalerie oben). Der Text ist in ähnlicher Form auch erschienen im Winterhude & Uhlenhorstbuch, Junius Verlag, Hamburg 2016, S. 167–168.

Fotos historisch: Zeitbild; Bildflug Hamburg Metzler

Fotos kurz vor Abriss: Fotografie Dorfmüller | Klier; Marco Alexander Hosemann