3.2.2018

Dass die Bahn die Sternrücke abreißen will, wird seit mehreren Jahren diskutiert – dabei ringen Denkmalschützer aktuell noch um ihre Erhaltung. Bei einem Abbruch würde nämlich nicht nur die historische Brücke samt der Brückenbauten mit den Clubs verschwinden, sondern es müssten auch mehrere der umliegenden, teils denkmalgeschützten Altbauten abgerissen werden. Auch der Wagenplatz Zomia an der Max-Brauer-Allee würde bei einem Neubau geräumt werden, weil auf der Fläche die Neubau-Konstruktion gelagert werden soll.

Die gesamte Gegend würde also auf einen Schlag ihre gewachsene Identität verlieren. Der Denkmalverein ist jedoch der Überzeugung, dass man dieses bedeutende technische Denkmal und ein so prägendes Stück Stadtbild nicht einfach aufgeben darf.

Zur Geschichte der Sternbrücke
1866 wurde eine neue Eisenbahnlinie zwischen Hamburg und Altona eröffnet, die zunächst ebenerdig über die Kreuzung führte. Aufgrund des zunehmenden Verkehrs entstand 1893 die erste eiserne Sternbrücke, eine Vollwandbalken- und Fachwerkbogenbrücke mit reich verziertem Geländer. Schon nach wenigen Jahrzehnten konnte die Brücke jedoch die steigenden Verkehrslasten nicht mehr tragen, so dass 1925/1926 der Neubau der heutigen Konstruktion erforderlich war - ein kühnes Vorhaben angesichts der engen Wohnbebauung und des weiterlaufenden Bahnverkehrs.
Die stählerne Balkenbrücke ist 75 Meter lang und 17 Meter breit und ist aufgelöst in zwei Brückenelementen mit je zwei Gleisen. Verwendet wurde hochfester Stahl St 48, eine besonders gute Stahlqualität, die von der Bahn in der Zeit überall neu eingesetzt wurde. Die hohe Qualität des Stahls macht es auch sehr wahrscheinlich, dass die Brücke eigentlich noch eine lange Lebensdauer hätte. Unter Denkmalschutz steht das gesamte Ensemble aus Brückenbauwerk und Widerlagern mit Ladengeschäften von 1926. Die stadträumliche Situation unter der Brücke besitzt einen hohen individuellen Erinnerungswert und macht sie zu einem der psychogeographisch bedeutendsten Orte im Hamburger Nachtleben.

Wenn Sie auf die Mitte des untenstehenden Fotos klicken, öffnet sich eine Bildergalerie. In den Bildunterschriften ist zu erfahren, welche Gebäude bei einem Brückenneubau alle vom Abriss betroffen wären.

Text und Fotos: Kristina Sassenscheidt

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