Die Schilleroper hat als letzter erhaltener fester Zirkusbau aus dem 19. Jahrhundert in Deutschland eine hohe geschichtliche Bedeutung.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Oberlichter des Gebäudes seit Jahren weit offen stehen, die denkmalgeschützte Metallkonstruktion dem Wetter preisgegeben ist und nicht einmal provisorisch abgedeckt wird.
Die Neubau-Entwürfe aus 2017 erwecken den Eindruck, dass kaum historische Substanz erhalten werden soll. Denkmalschutz bezieht sich jedoch nicht auf „Geist und Charakteristik“ eines Gebäudes, wie es in der Beschreibung des Architekten heißt, sondern auf originale Substanz. Wenn Gutachten deren Erhaltensfähigkeit bei der Schilleroper belegen, gibt es keinen Grund, sie nicht zu bewahren. Die Konstruktion sollte repariert und erhalten werden, entweder integriert in einen Neubau oder offen sichtbar, wie es schon an vielen anderen Orten geschehen ist, z.B. beim Gasometer Berlin oder bei den alten Hallen in der Mitte Altona.

Fotos: Miguel Ferraz; Denkmalschutzamt; Daniel Beermann; Antipas Papageorgiou