2017

Mitten im Industriegebiet an der Bille, am Billbrookdeich 167-171, stand bis 2017 eine historische Metallfabrik mit einer Villa und insgesamt 3 Hallen. Der Senat stimmte die Abrissgenehmigung der Denkmäler zu, damit die ECE ein neues Logistikzentrum für den Hermesversand bauen konnte. Das Denkmalschutzamt hielt eine Integration alter und neuer Gebäude für möglich, die ECE-Planung lehnte dies jedoch ab. Auf dem Gelände entstehen eine neue ca. 9.000 m² große Logistikhalle und ein ca. 2.900 m² großes Büro-, Technik- und Sozialgebäude. Die Neubauten sollen 2019 fertiggestellt werden.

Die abgerissenen Gebäude wurden 1912-1914 vom Architekten- und Ingenieurbüro Gustav Kraus geplant und errichtet für die Kupfer- und Messingblechfabrik „Hamburger Metall-Walzwerk von George Dittmann & Co“. Sie bestanden aus einer Direktorenvilla und einer mittelgroßen und zwei großen Backstein-Hallen samt Schmelzofengebäude. Die Bauten waren Zeugnis der Hamburger Industriegeschichte und der Fabrikarchitektur kurz vor dem 1. Weltkrieg. Typische Stilmerkmale von Industriebauten waren zum Beispiel die Verwendung von Backsteinen und die symmetrische, schlichte Ausführung der Fassaden. Das Tragwerk bestand aus Stahlsäulen, -trägern und Fachwerken, um möglichst große Spannweiten in den Hallen erzielen zu können.

Die Gebäude waren erst 2005 unter Denkmalschutz gestellt worden. Neben dem Denkmalverein hat auch der Denkmalrat die Entscheidung des Senats stark kritisiert.

Die untenstehende Bildergalerie zeigt den Verfall der Gebäude 2013 und 2017.

Fotos: Johann-Christian Kottmeier, Kristina Sassenscheidt

Links:
Was für ein Dachschaden! ZEIT online, 15.5.17
Historische Fabrik in Billbrook: Dieses Denkmal soll weg! MOPO, 12.6.17
Hamburg: 2018 mehr spekulative Logistikflächen im Angebot, IMMOBILIEN-ZEITUNG, 25.1.18
Objekt Ehemaliges Walzwerk am Billbrookdeich - Stellungnahme des Denkmalrates, 13.9.17