Ursprünglich zogen sich die Arbeiterwohnviertel, wegen ihrer Enge "Gängeviertel" genannt, vom Hafen über die Neustadt bis zur Innenstadt. Über die Zeit verschwanden durch Abriss oder Zerstörung jedoch immer mehr der historischen Gebäude. Ein letztes Ensemble aus 12 Altbauten stand 2009 leer und sollte größtenteils abgerissen werden. Am 22. August jedoch besetzte eine Gruppe Kunstschaffender und Aktivisten die Gebäude mit einer "kulturellen Übernahme". Über die Monate entwickelten sich Wohnungen, Ateliers, Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Nach einer mehrmonatigen Stadtdebatte kaufte die Stadt Hamburg den Altbau-Komplex von einem Investor zurück und stellte weitere der Gebäude unter Denkmalschutz.

Viele Jahre lang verhandelte die Initiative "Komm in die Gänge" mit der Stadt Hamburg über die zukünftige Verwaltung der Gebäude, um sich schließlich im Jahr 2019 auf einen 75-jährigen Erbpachtvertrag mit Verlängerungsoption zu einigen. Heute präsentiert sich das Gängeviertel als außergewöhnliches Viertel in der Neustadt mit viel Raum für Kunst und soziale Projekte. Die ersten drei Gebäude sind bereits saniert worden, die weitere Sanierung ist aktuell in Planung.

Fotos: Kristina Sassenscheidt