Bei der Neubebauung des ehemaligen Bahngeländes mit der sogenannten „Mitte Altona“ gingen viele erhaltenswerte Gebäude und Anlagen verloren. Als einer der wenigen baulichen Zeugen des Bahnbetriebes ist bis jetzt der markante Wasserturm des Bahnbetriebswerks erhalten geblieben - leider verfällt er trotz Denkmalschutz vor aller Augen.

Der Turm wurde 1955 fertigstellt und ist seither das weithin sichtbare Erkennungszeichen des Bahnknotens Altona. Die Stahlbetonkonstruktion ist 37 m hoch. Der 500 m³ fassende Wasserbehälter ist von einer Einhausung in Form eines umgedrehten Kegelstumpfs umgeben. Sie sitzt auf einer hohlen Betonröhre auf, die von vier schräg nach oben verlaufenden vollflächigen Trägern gestützt wird. Das Turmhaus wird geprägt durch ein umlaufendes Fensterband mit vertikaler Verglasung direkt unterhalb des Daches und ein flaches Kegeldach.

Ursprünglich war am Turm direkt unter dem Fensterband umlaufend drei Mal der Schriftzug „HAMBURG - ALTONA“ in schwarzen Versalien angebracht. Die aus einzelnen Buchstaben bestehende, weithin sichtbare Beschriftung scheint bereits bei ihrer Demontage Anfang des Jahrtausends verlorengegangen zu sein. Im Inneren des Turms sind die ehemals wasserführenden Leitungen und Armaturen noch vorhanden.

Eigentümerin des denkmalgeschützten Turmes ist seit 2014 die Stadt Hamburg. Der gegenwärtige Erhaltungszustand ist schlecht, und der Verfall schreitet sichtbar voran. Mehrere Scheiben des Fensterbandes sind zerschlagen, so dass Witterungseinflüsse die noch vorhandenen Installationen weiter beschädigen. Der Beton von Turmhaus und Aufständerung zeigt zunehmend Verwitterungsspuren, und auch die Eindeckung wirkt geschädigt.

Der Altonaer Wasserturm ist das letzte Zeugnis der Dampflokzeit und des einst sehr bedeutenden Bahnbetriebswerk an diesem Ort und damit ein wichtiger Teil des Erbes der Industriekultur in Hamburg. Der Denkmalverein hält es für dringend notwendig, zeitnah Sicherungsmaßnahmen am Gebäude vorzunehmen, damit es als stadtbildprägendes Element erhalten bleibt.

Fotos: Gerd Riehm, Fotografie Dorfmüller | Klier