2025 hat der Denkmalverein im Archiv der Holstenbrauerei, das inzwischen bei Carlsberg Deutschland seine Heimat hat, einen wahren Schatz entdeckt: Ein historisches Fotoalbum mit Bildern, die die erste bauliche Erweiterung der Holstenbrauerei in Altona in den Jahren 1911 bis 1913 dokumentieren.

Das dicke Album mit seinem dunkelroten Ledereinband und den goldgeprägten Rändern lag im untersten Fach des Archivregals und schien nur auf seine Entdeckung zu warten. Die Bilder darin waren dem Denkmalverein größtenteils unbekannt - und es ist davon auszugehen, dass die meisten noch nirgendwo veröffentlicht wurden. Sie zeigen den Bau der weitläufigen Brauereikeller, des Juliusturms, des Malzsilo-Sudhaus-Komplexes und der heute denkmalgeschützten Schwankhalle - und sogar die Bauarbeiter auf der Baustelle und beim Anfertigen der Fundament-Bewehrungen. Produziert wurde das Fotoalbum von der "von Dücker & Cie. Betongesellschaft m.b.H. Düsseldorf", die damit stolz die Ergebnisse ihrer Arbeit dokumentierte.

Die Jahrzehnte waren leider nicht spurlos an dem Album vorbeigegangen - Schmutz und Stockflecken, abgestoßene Ecken, ein gerissener Einband und teils gelöste Fotos. Da der Denkmalverein sich 2025 schon intensiv mit den letzten Altbauten auf dem Gelände der Holstenbrauerei beschäftigt hatte und klar war, wie wenig noch von ihrer Geschichte erhalten war, wollte er diesem Album noch eine lange Zukunft schenken. Fachkundige Unterstützung kam von dem Buchrestaurator Felix Schlichtegroll, und eine finanzielle Förderung der Katharina und Gerhard Hoffmann Stiftung ermöglichte, dass er sofort ans Werk gehen konnte. Die Restaurierungsmaßnahmen, die bis Mitte April 2026 andauerten, wurden von ihm sorgfältig in dieser Dokumentation festgehalten.

Wir danken herzlich Felix Schlichtegroll, der Katharina und Gerhard Hoffmann Stiftung sowie Claudia Zügler von Carlsberg Deutschland dafür, dass sie dem Denkmalverein dieses wertvolle Zeugnis der Holsten-Unternehmensgeschichte vertrauensvoll in die Hände gelegt hat! Das Fotoalbum wird nun fachgerecht in einem säurefreien Karton aufbewahrt und hoffentlich eines Tages in einer langfristigen Ausstellung zur Geschichte der Holstenbrauerei für alle Interessierten erlebbar sein.

Fotos: Felix Schlichtegroll