3.11.2018

Die Wohnsiedlung auf der Veddel entstand in den 1920er-Jahren als eines der ersten kommunalen Kleinwohnungs-Bauprojekte in Hamburg. Vorher hatte an dieser Stelle eine Siedlung mit kleinen Häusern gestanden, die von dem Hamburger Reeder Sloman errichtet worden war. Das Baugelände gehörte der Stadt, während lokale gemeinnützige Baugenossenschaften als Bauherren auftraten. Der damalige Oberbaudirektor Fritz Schumacher gab die einheitliche Gestaltung der Häuser mit roten Ziegelfassaden und flachen Dächern vor. Die einzelnen Baublöcke, die sich um einen zentralen Platz mit Schule gruppieren, wurden nach Plänen verschiedener Hamburger Architekten errichtet.

Der sogenannte "Warmwasserblock" hat seinen Namen erhalten, weil er der erste Block in der Siedlung war, dessen Bewohner fließendes warmes Wasser aus der Leitung erhielten. Er gehörte lange der Baugenossenschaft Freier Gewerkschafter, vor einigen Jahren übernahm ihn jedoch die städtische SAGA. Der bauliche Zustand ist verhältnismäßig gut - die Keller sind trocken, die Wände dicht, allerdings sind die Heizsysteme veraltet und die Treppenhäuser mangelhaft gepflegt. Kurz vor der Sommerpause 2018 erhielten die Bewohner die überraschende Auskunft vom Bezirksamt, dass die SAGA den Abriss des voll belegten Wohnblocks plant. Der Bezirkspolitiker Klaus Lübke (SPD, Mitglied des Denkmalvereins) organisierte daraufhin eine Versammlung der Bewohner und kämpft nun mit ihnen für den Erhalt.

Der Denkmalverein geht davon aus, dass die Kulturbehörde den Warmwasserblock in naher Zukunft als Teil des Siedlungsensembles unter Schutz stellen muss. Die Wohnsiedlung auf der Veddel gehört zu den wichtigsten Bauvorhaben Schumachers im Bereich des reformierten Wohnungsbaus. Sie ist trotz großer Kriegszerstörungen bis heute in ihrer architektonischen Einheitlichkeit erhalten und hat zweifelsfrei eine hohe geschichtliche und künstlerische Bedeutung.