30.12.2017

Das Gebäudeensemble in der Holstenwiete 20/22 und 26 in Ottensen wurde um 1870/1880 errichtet und zählt damit zur ältesten Bebauung in dieser Gegend. Die Wohnhäuser dienten einer einfachen Bevölkerung, zu erkennen an den bescheidenen Grundrissen und der vergleichsweise schlichten Fassadengestaltung. Die Gebäude standen ursprünglich frei und erinnern mit ihren kleinstädtischen Strukturen an die Zeit, in der Ottensen gerade erst begann, sich vom Dorf zu einem Industriestandort zu wandeln.

Das grüne Doppelwohnhaus Holstenwiete 20/22 steht seit nunmehr drei Jahren leer. Der aktuelle Eigentümer will das Bauwerk abreißen und einen Neubau errichten. Der Abrissantrag wurde aufgrund des Denkmalschutzes zunächst vom Bezirksamt Altona abgelehnt. Die Zukunft des Denkmals wird aktuell vor Gericht verhandelt. Das Gebäude ist erhaltenswürdig, weil es sehr anschaulich von dieser Entwicklung Ottensens erzählt und damit die Identität des Stadtteils prägt - gerade in einer Zeit, in der Ottensen durch Nachverdichtungen an vielen Stellen sein gewachsenes Stadtbild verliert.

Historischem Wohngebäude droht Abriss