16.4.2019

Die markante blaue Fußgängerbrücke über die Willy-Brandt-Straße wurde gestiftet von der südlich der Brücke ansässigen Bundesbank. Das Büro PSP Architekten (Pysall-Stahrenberg & Partner) entwarf die Brücke als sogenanntes "Sprengwerk" in Stahlbauweise. Seit ihrer Einweihung im Jahr 1982 stellt sie die einzige halbwegs attraktive Möglichkeit dar, ohne Ampel die ehemalige Ost-West-Straße vom Hopfenmarkt zur Bundesbank zu queren. Die Brücke hat sich zudem als beliebter Aussichtspunkt für Touristinnen und Touristen auf die Straße und umliegende Altstadt etabliert.

Aktuell steht die Brücke zur Disposition, u.a. weil die für den öffentlichen Raum in der Hamburger City einzigartigen Außen-Rolltreppen wartungsintensiv sind. Zudem wird gerade ein Neubau des heutigen "HOLCIM"-Bürogebäudes an der Willy-Brandt-Straße 69 an der Süd-Ost-Seite der Brücke geplant, der bei einem Abriss der Brücke deutlich weiter in den öffentlichen Raum hinein gebaut werden könnte.

Der Denkmalverein plädiert dringend für eine Erhaltung und baldige Sanierung der Brücke, deren markante Architektur ein qualitätvolles Stück Hamburger Baugeschichte darstellt. Auch bei einer möglichen Verkleinerung der Straße hätte die Brücke ihren eigenen Wert und ihre Funktion - als ampelfreie Querung und Aussichtsort wie schon jetzt, als architektonische Skulptur, als Zeugnis ihrer Zeit und Teil des Ensembles Bundesbank und Brücke.

Seit dem 19. Juli treffen sich regelmäßig auf der Brücke Unterstützerinnen und Unterstützer, die die Brücke erhalten möchten. Diese "Cornern auf Crémant"-Treffen werden über die Facebook-Seite "Cremonbrücke" angekündigt.

Fotos: Marco Alexander Hosemann, Kristina Sassenscheidt, Visualisierungen: UK2 Urban Architecture