25.9.2026
Bei der Besichtigung für unsere Fördermitglieder und Partner:innen hat uns der Richter Florian Vogelsang durch das beeindruckende Gebäude des Hanseatischen Oberlandesgerichtes geführt. Der Richter Dr. Nikolas Hagge hat uns zudem sein persönliches Büro gezeigt (nicht in Bildergalerie). Im Anschluss konnten wir uns bei einem Umtrunk im richterlichen Pausenraum austauschen.
Das Gebäude des Hanseatischen Oberlandesgerichts wurde nach mehreren Architekturwettbewerben und intensiven Diskussionen zwischen 1907 und 1912 nach Plänen der Hamburger Architekten Werner Lundt und Georg Kallmorgen errichtet. Es bildet zusammen mit dem Zivil- und dem Strafjustizgebäude das Justizforum am Sievekingplatz. Der klassizistisch geprägte Bau ist ein besonders prägendes Beispiel wilhelminischer Repräsentationsarchitektur, dessen Fassade aus Granit und Muschelkalk besteht. Die Eingangshalle hat Säulen aus Cottaer Sandstein und eine große Kassettenkuppel mit einer goldenen Sonne und Tierkreiszeichen. Die Bibliothek aus Eichenholz mit 46 Leseplätzen ist im Originalzustand erhalten. Ihre Wendeltreppe ist um einen fünf Meter langen Stamm aus südamerikanischer Eiche gebaut.
Seit mehreren Jahren lässt die Sprinkenhof GmbH das Oberlandesgericht in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt restaurieren. Grundlage hierfür bilden Farbbefunduntersuchungen, die eine ursprünglich sehr differenzierte Raumgestaltung zeigen: Die Farbgebung war auf die Natursteine abgestimmt, es gab zurückhaltende Steinimitationen und farblich abgesetzte Stuckprofile. Ziel der Maßnahmen ist keine vollständige Rekonstruktion, sondern eine schrittweise Annäherung ausgewählter Bereiche an ihre ursprüngliche Wirkung, vor allem entlang der zentralen Sichtachsen und in repräsentativen Zonen. Ein ausführlicher Bericht der verantwortlichen Restauratorin findet sich hier.
Historische Bilder: Staatsarchiv Hamburg mit freundlicher Unterstützung des Schaff-Verlages
Aktuelle Fotos: Kristina Sassenscheidt