Resumee der Diskussion

“Vom Kulturdenkmal
zum Tafelsilber “

am 02. November 2009 in der Freien Akademie der Künste, Hamburg


Eingeleitet wurde der Abend mit einem Statement von Lennart Hellberg, Vorstandsmitglied des Denkmalvereins. Er thematisierte die Anforderungen des Denkmalschutzgesetzes an Denkmaleigentümer, insbesondere die Verpflichtung der öffentlichen Hand. Der Verkauf eines Kulturdenkmals sollte in jedem Fall mit Auflagen verbunden sein. Ins Spiel brachte er dabei als eine Alternative das Instrument des Erbbaurechts.

Die Diskussion auf dem Podium, moderiert von Horst von Bassewitz, Architekt und Sektionsleiter Baukunst bei der Freien Akademie der Künste, entspann sich im wesentlichen zwischen Oberbaudirektor Jörn Walter und Bezirksamtsleiter Markus Schreiber auf der einen Seite und Professor Dr. Hermann Hipp, Kunsthistoriker und Mitglied des Denkmalvereins auf der anderen Seite.

Einigkeit bestand darin, daß Debatten über Baukultur nicht genug geführt werden und daß sensible Bausubstanz, die wertvoll für die Stadt ist, in jedem Fall geschützt werden müsse. Die Wertschätzung für öffentliche Bauten wurde von allen geteilt. Unwidersprochen blieb auch die Feststellung, daß der Denkmalbegriff manchmal zu eng und rigide ausgelegt wird und daß dadurch schützenswerte Objekte verloren gehen können.

Professor Hipp beklagte den Verlust von kulturellem Allgemeingut und warnte vor einem Ausverkauf städtischen Eigentums: „Uns allen gehört die Stadt“. Herr Schreiber befürwortete die Erbpacht beim Verkauf. Er wies auf die positive Entwicklung von Gestaltungssatzungen hin (allein 10 gibt es mittlerweile im Bezirk Mitte).

Herr Walter kritisierte den Landesrechnungshof in dessen Haltung zum geplanten Gebäude der HafenCity-Universität und erwähnte Vorzeigeobjekte beim Verkauf städtischer Grundstücke (Reemtsma-Park, Krankenhaus Barmbek). Er gestand aber auch ein, daß bei manchen Projekten (z. B. Moller´sches Palais) zu spät agiert worden sei und ihm Projekte „durchgerutscht“ seien. Er sah einen Konflikt zwischen dem Wunsch nach guter Stadtentwicklung und dem zur Verfügung stehendem Instrumentarium.

An der anschließenden Diskussion mit dem Publikum beteiligten sich u.a. die kulturpolitischen Sprecher der Bürgerschaftsfraktionen und die Sprecherin der Gängeviertel-Initiative.

Zusammenfassend konstatierte Herr von Bassewitz, daß das Thema so wichtig sei, daß weitere Diskussionen unbedingt folgen müßten. Er sah hier auch die Freie Akademie der Künste in der Pflicht.

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