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Hamburg, im November 2004
Denkmalverein läßt Barockgemälde restaurieren
Ein Gemälde des Barockmalers Anton Paulsen (1690-ca.1750), das sich
im Besitz der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg befindet,
ist mit Mitteln des Vereins Freunde der Denkmalpflege restauriert
worden. In einer Feierstunde wird das Bild am 07. Dezember 2004
übergeben werden und findet einen prominenten Platz im Lesesaal
der Bibliothek.
Das 77x61cm große, um 1720 entstandene Ölbild zeigt den Kaufmann
Johann Friedrich Tönnies (1662-1736) als Halbfigurenbildnis in einem
farblich abgesetzten Oval. Tönnies trägt einen braunen Samtmantel,
goldene Weste und weißes Rüschenhemd mit weißem Revers. Das rundliche,
auf den Betrachter gerichtete Gesicht wird durch eine hellgraue,
fast weiße und in der Mitte gescheitelte Perücke gerahmt. Dabei
tritt die linke Gesichtshälfte durch Schattenbildung leicht zurück.
Paulsen war Schüler der Kopenhagener Akademie und arbeitete zumeist
in Leipzig. Von 1718-1730 war er in Hamburg und erwarb sich schnell
die Gunst der hiesigen Kaufherren. Er kam ihrem Repräsentationsbewusstsein
durch seine farblich ausdrucksvolle und technisch routinierte Malweise
sehr entgegen.
Das Bild war stark verschmutzt, zeigte Farbabblätterungen und hatte
sich weit vom Original- zustand entfernt. Aus diesem Grund lagerte
es auch in der Handschriftensammlung und war der Öffentlichkeit
nicht zugänglich. Es wurde jetzt in der Werkstatt der Hamburger
Diplom-Restauratorin Annette Stams-Schmitt behutsam und aufwendig
bearbeitet und gewann seine ursprüngliche Leuchtkraft zurück. Die
Neurahmung und Verglasung übernahm die Staats- und Universitätsbibliothek.
"Wir wollen mit dieser Förderung einen Beitrag zur Verschönerung
des studentischen Lernumfeldes leisten", so Helmuth Barth, der Vorsitzende
des Vereins Freunde der Denkmalpflege. "Lesesäle verbreiten auch
eine Atmosphäre von Tradition und Kultur". Der Verein, der sich
für den Erhalt von Kulturdenkmälern in der Hansestadt einsetzt,
fördert seit Jahren gezielt kleinere Restaurierungsprojekte.
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