Veddeler Wasserkreuz
 
 

   

   
 
 

Plädoyer für den Erhalt des Veddeler Wasserkreuzes



Der Verein Freunde der Denkmalpflege setzt sich ein für den Erhalt der Niedernfelder und der Müggenburger Durchfahrt, die mit ihren insgesamt zehn Brücken das sog. Veddeler Wasserkreuz bilden.

Er tut dies auch und gerade nach dem Beschluß des Hamburger Senats, zwar die Müggenburger Durchfahrt zu erhalten, die Niedernfelder Durchfahrt aber zuzuschütten und die dortigen vier Brücken durch einen Damm zu ersetzen. Die federführende Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat uns auf Nachfrage am 20 Dezember 2005 die Erhaltungswürdigkeit aller zehn Brücken bestätigt, sieht sich aus finanziellen Gründen aber nicht zur Sanierung imstande.

Bevor im Februar 2006 die Bürgerschaft über die Senatsvorlage abstimmt, möchten wir die Argumente für den Erhalt des Wasserkreuzes und gegen eine Zuschüttung vorbringen:

Historisch/touristische Gründe
Die Brücken sind einzigartige Zeugnisse für die Hafengeschichte und die Baukultur im Süden Hamburgs. An ihnen ist das vielgerühmte "Modell Hafen" erlebbar. Eine Zuschüttung isoliert das Kulturdenkmal der 50er Schuppen und versperrt die Durchfahrt der geplanten Barkassenlinie zur BallinStadt und zum Internationalen Maritimen Museum.

Wirtschaftliche Gründe
Das Wasserkreuz bot bisher die perfekte Verzahnung von Wasser- und Landwegen. Eine Zuschüttung verbaut Entwicklungspotentiale für die Hafenwirtschaft und die Bewohner. Gerade der wachsende Containerumschlag verlangt schnellen Transport durch die Hafenbecken, z.B. durch Wassertaxis. Die Durchfahrt vom Spree- zum Moldauhafen bliebe versperrt. Die Einspareffekte bei einer Zuschüttung sind überhaupt nicht gesichert, da die Hafenbecken zwischen Spreehafen und Peute-Kanal ständig ausgebaggert werden müßten.

Längerfristige Gründe
Die geplante Hafenquerspange entlastet das Veddeler Wasserkreuz erheblich. Bauausstellung und Gartenschau 2013 verändern auch die Veddeler Landschaft. Sanierungsinvestitionen für zehn Brücken lassen sich zeitlich strecken. Eine Zuschüttung würde dagegen irreversible Situationen schaffen.

Wir fordern deshalb Senat und Bürgerschaft auf, das Konzept zu überdenken.
Hamburg. 02. Januar 2006


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