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Hamburg, 14. März 2011
Wünsche des Denkmalvereins an den neuen Senat

Sehr geehrter Herr Dr. Krupp,

der Verein Freunde der Denkmalpflege e. V. beglückwünscht die neue SPD-geführte Regierung in der Hansestadt zu ihrer Wahl. Wir bieten gerne unsere Hilfe und Zusammenarbeit an und möchten im Zusammenhang mit den anstehenden Regierungsplänen für die neue Legislaturperiode einige Wünsche äußern, die vielleicht Berücksichtigung finden könnten.

1) Das Denkmalschutzgesetz sollte rasch novelliert werden mit dem Ziel, das Ipsa lege-Prinzip einzuführen und damit eine Gleichstellung mit 12 von 16 Bundesländern zu erreichen. Dies erleichtert es dem Denkmalschutzamt und der Stadt Hamburg, wichtige Kulturdenkmäler zu erhalten. Die Novellierung sollte auch eine Aufwertung des Denkmalrates einschließen.

2) Das Denkmalschutzamt sollte seine personelle Stärke behalten. Eine Ausgliederung von Bildarchiv und Restaurierungswerkstatt bedeutet eine Schwächung und einen Verlust an Fachwissen, das an anderer Stelle erst aufgebaut werden müßte.

3) Der Staat sollte seine Vorbildfunktion beim Umgang mit dem Denkmalbestand der Stadt zeigen. Das betrifft Restaurierungen, Klimaschutz durch Wärmedämmung und nicht durch „Tapetenfassaden“, aber auch Nutzungen und Verkauf von städtischen Grundstücken unter denkmalrelevanten Auflagen.

4) Eine Wiederbesetzung der Professur für Architekturgeschichte und Denkmalpflege an der Universität Hamburg ist unbedingt anzustreben. Hamburg verliert sonst ein Alleinstellungmerkmal in der Wissenschaft des norddeutschen Raums. Auch ein Forschungsinstitut für Baukultur und eine Stadtwerkstatt wären zu begrüßen.

5) Beim neuen Behördenzuschnitt bzw. bei der Behördenzusammenarbeit ist darauf zu achten, daß der Denkmalschutz mit der Stadtplanung und dem Umweltschutz enger verzahnt wird. Stadtbildprägende Baudenkmäler dürfen ihren Charakter nicht verlieren. Die Sensibilität der Bürger dafür ist nicht zu unterschätzen (siehe Gängeviertel).

6) An der Bewerbung zum Weltkulturerbe (mit Chilehaus, Sternwarte, Jüdischer Friedhof Altona) sollte in jedem Falle festgehalten werden. Hamburg ist bislang das einzige Bundesland ohne ein Weltkulturerbe-Objekt.

7) Der Denkmalschutz sollte stärker in die Tourismus- und Marketingaktivitäten der Stadt eingebunden werden. Motto: Hamburg - Stadt der weiß-roten Denkmäler.

Für Rückfragen, Gespräche und weitere Informationen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Helmuth Barth
Vorsitzender



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