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Resumee Politikerdiskussion 22.02.2010 19-21 Uhr

„Wie hält es die Politik mit dem Denkmalschutz?“ lautete der Titel einer öffentlichen Podiumsdiskussion, zu der der Verein Freunde der Denkmalpflege und die Patriotische Gesellschaft zur Mitte der Legislaturperiode der Bürgerschaft in das Haus der Patriotischen Gesellschaft eingeladen hatten.

Auf dem Podium saßen die kulturpolitischen Sprecher der Bürgerschaftsfraktionen:

Dr. Eva Gümbel (GAL) Norbert Hackbusch (Die Linke) Brigitta Martens (CDU) Dr. Christel Oldenburg (SPD).

Moderatoren waren Gerhard Hirschfeld, Sprecher des Arbeitskreises Denkmalschutz der Patriotischen Gesellschaft, und Helmuth Barth, Vorsitzender des Vereins Freunde der Denkmalpflege.

In ihren Eingangsstatements beschrieben die Politiker den Stellenwert des Denkmalschutzes für ihre Fraktionen und betonten den einstimmig von der Bürgerschaft unlängst beschlossenen Stellenaufbau im Denkmalschutzamt. Er helfe mit, dem Denkmalschutz in Hamburg mehr Gewicht zu geben und mache den Weg frei für eine baldige Verabschiedung des seit Jahren geforderten Ipsa-Lege-Prinzips. Einmütigkeit herrschte auch bei der Einschätzung, daß die Gängeviertel-Diskussion der Politik Auftrieb gegeben habe und nicht zuletzt mit dafür gesorgt habe, daß der Senat vom Primat des Höchstpreisverfahrens beim Verkauf städtischer Grundstücke abgegangen und in Zukunft die Konzeptidee entscheidend sei.

In der anschließenden lebhaften Diskussion mit dem Publikum wurde ein Zusammengehen von Stadtplanung und Denkmalschutz angemahnt (Beispiele: Katharinenquartier, Europa-Passage, Unilever-Haus), Parzellengrößen-Vorgaben gefordert, aber auch immer wieder auf den Zielkonflikt von Denkmalschutz auf der einen Seite und Klimaschutz (Fassadendämmung), Wohnungsbau und moderner Architektur auf der anderen Seite hingewiesen. Betont wurde auch, daß alte Gebäude und Kleinteiligkeit das Wohlgefühl der Bürger stärken.

Aktuelle Fragen aus dem Publikum betrafen die Zukunft der Amsinck-Villa, der Schadow-Obelisk in Niendorf, Denkmäler in der HafenCity, die Seefahrtsschule und die Verlagerung des Speicherstadt-Museums.

Die Politiker begrüßten eine aktive Bürgerbeteiligung („Geben Sie Laut!“). Den Zorn auf Mißstände und „falsche“ Stadtplanung wollen sie aufnehmen und kanalisieren. Insofern seien Diskussionsabende wie dieser äußerst fruchtbringend für die politische Arbeit.

Hamburg, 23. Februar 2010 gez. Helmuth Barth


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